SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/SKG-Pressemitteilungen | Druckdatum: 22.11.2017]

SKG-Pressemitteilungen

04.09.2012

Finanzhilfen der Berliner Koalition für die Krankenhäuser nur ein Tropfen auf den heißen Stein und neuer Vorsitzender der Saarländischen Krankenhausgesellschaft gewählt


Die Mitgliederversammlung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), dem Zusammenschluß der Träger der 21 saarländischen Krankenhäuser, fand am 5. September 2012 im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen statt.

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Im nicht öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung stand die Vorstandswahl auf der Tagesordnung. Der Tradition folgend, die einen turnusmäßigen Wechsel des Vorsitzenden des Vorstandes alle zwei Jahre vorsieht, löste Herr Alfons Vogtel, Geschäftsführer der Saarland Heilstätten GmbH, Herrn Hans-Joachim Backes, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken, als Vorsitzenden ab. Herr Dr. Klaus-Peter Reimund, Geschäftsführer der Marienhauskliniken im Landkreis Neunkirchen, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Eines der zentralen Themen des öffentlichen Teils der SKG-Mitgliederversammlung war die sich weiter verschärfende finanzielle Situation der Krankenhäuser. „Die mit dem Psychiatrie-Entgeltgesetz beschlossenen Finanzhilfen sind bei weitem nicht ausreichend und nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Alfons Vogtel, neuer SKG-Vorsitzender. Das im Juli 2012 beschlossene Psychiatrie-Entgeltgesetz enthält neben den Vorgaben für die Einführung eines neuen pauschalierenden Entgeltsystems für die psychiatrischen Kliniken und Abteilungen auch Regelungen, die die Finanzierung aller Krankenhäuser verbessern sollen. Dabei handelt es sich aus Sicht der SKG jedoch um eine Mogelpackung, da den Krankenhäusern zwar ein Teilausgleich der Tarifkosten des Jahres 2012 zugestanden wird, sie aber gleichzeitig eine Verschärfung der Zwangsrabatte für die Behandlung zusätzlicher Patienten hinnehmen müssen. Die stetig steigenden Personalkosten in den Krankenhäusern und die im Gegensatz hierzu nur gering steigende Vergütung für Krankenhausleistungen lässt die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter

auseinanderklaffen. Hierauf können die Krankenhäuser nur durch Personalabbau reagieren. „Bei kontinuierlich steigenden Fallzahlen geht dieser Personalabbau zu Lasten des verbleibenden Personals“, so Vogtel. Vor dem Hintergrund der steigenden Überschüsse der Krankenkassen und der im Vergleich hierzu nur moderat gestiegenen Kosten für die Leistungen der Krankenhäuser – diese liegen mit 3,3 % unter dem Durchschnitt des Ausgabenanstiegs im Gesundheitswesen – treffen die Sparmaßnahmen, denen die Krankenhäuser unterworfen wurden, auf immer weniger Verständnis. Die SKG fordert daher, dass die Überschüsse der Krankenkassen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung eingesetzt werden.
Anlässlich der SKG-Mitgliederversammlung wurde die neue „Weiterbildungsbörse“ der Saarländischen Krankenhausgesellschaft online geschaltet. In der in die SKG-Homepage (www.skgev.de) integrierten Weiterbildungsbörse werden Informationen über die in den Kliniken angebotenen ärztlichen Weiterbildungsstellen bereit gestellt. Eine nutzerfreundliche Suche unterstützt die jungen Ärzte dabei, mit wenigen Klicks Angaben über die sie interessierenden Weiterbildungen zu erhalten, insbesondere darüber, ob aktuell freie Stellen verfügbar sind.
Der saarländische Gesundheitsminister, Andreas Storm, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Versorgungssteuerung der Zukunft die Sektorengrenzen der ambulanten und stationären Versorgung im Interesse der Versorgungsqualität für den Patienten überwinden muss. „Es darf kein aneinander-vorbei-planen mehr geben. Daher haben wir im Saarland als eines der ersten Bundesländer, ein Gemeinsames Landesgremium zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen eingerichtet“, erklärte der saarländische Gesundheitsminister.
In seinem Vortrag machte Storm deutlich, dass ein bedarfsgerechtes, wohnortnahes und flächendeckendes Netz der Gesundheitsversorgung für ihn hohe Priorität habe. Kooperationen im Krankenhausbereich wolle er positiv begleiten und offensiv vorantreiben. Kein Patient solle mehr ohne geordnetes Überleitungsmanagement eine Klinik verlassen, „denn die Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege sehe ich als politische und gesamtgesellschaftliche Herausforderung an, der wir uns stellen müssen.“

Ergänzend solle ein Rechtsanspruch auf vorübergehende krankenpflegerische Leistungen zur Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt angestrebt werden, wenn dies medizinisch indiziert sei.

In Zukunft will Storm durch das Konzept „Demographiegerechte Versorgung“ nachhaltige gesundheitliche Versorgungsstrukturen im Saarland schaffen. „Hier werden die stationären Angebote der Krankenhäuser und Rehakliniken, wie auch die ambulanten Leistungserbringer, Pflegeheime, Pflegedienste usw. mit einbezogen werden. Mein Ziel ist die medizinische und pflegerische Grundversorgung in allen Regionen unter Berücksichtigung des demografischen Wandels weiterhin sicherzustellen und dabei eine hohe Qualität zu gewährleisten“.


Die Pressemitteilung können Sie hier downloaden.