SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/SKG-Pressemitteilungen | Druckdatum: 18.11.2017]

SKG-Pressemitteilungen

13.04.2012

„Wann immer das Leben uns braucht“ - Start der Kampagne der saarländischen Krankenhäuser


„Dass die Krankenhäuser noch so leistungsfähig sind, grenzt an ein medizinisches Wunder“
Kategorie: SKG-Pressemitteilungen

Ab dem 16.04.2012 werden die saarländischen Krankenhäuser im Rahmen einer breit angelegten Kampagne auf ihre sich dramatisch verschlechternde finanzielle Lage aufmerksam machen, die über kurz oder lang nicht ohne negative Folgen für die Patienten bleiben wird. Unter dem Motto „Wann immer das Leben uns braucht“ sollen Bevölkerung und Politiker anhand von Plakaten und Anzeigen über die schwierige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser und deren Ursachen und Folgen informiert werden. Die Krankenhäuser appellieren an die Politik und hoffen auf deren Unterstützung zur Verbesserung ihrer Situation. Gelegenheit hierzu wäre im Rahmen des kurz vor der Verabschiedung stehenden Psychiatrie-Entgeltgesetzes. Dieses Gesetz bezieht sich inhaltlich zwar auf eine Neuordnung der Abrechnung von psychiatrischen Behandlungsleistungen, bietet gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, Regelungen über einen Ausgleich von unvermeidbaren Kostensteigerungen der Krankenhäuser – insbesondere in Folge von Tariferhöhungen – herbeizuführen, wie sie im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens z. B. vom Bundesrat vorgeschlagen worden sind.

„Die Krankenhäuser sind aufgrund der gesetzlichen Regelungen chronisch unterfinanziert“, so der Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Hans-Joachim Backes. „Den saarländischen Krankenhäusern steht im Jahr 2012 nur ein Preiszuwachs von ca. 1,1 Prozent zur Verfügung, bei gleichzeitigen Lohnsteigerungen von über 3,5 Prozent“, so Backes weiter.

Durch die Tarifabschlüsse für den ärztlichen und den nicht-ärztlichen Bereich und den Preisanstieg für Energie- und Sachkosten werden die Krankenhäuser im Saarland allein im Jahr 2012 mit über 31 Mio. Euro belastet – dem stehen nur Budgetzuwächse von rund 12,9 Mio. Euro gegenüber – d. h. die Politik lässt hier die Krankenhäuser und ihre Beschäftigten im Stich. Damit stehen die saarländischen Krankenhäuser vor einem Finanzloch von rund 18 Mio. Euro.

„24 Stunden am Tag sichern die Krankenhäuser die medizinische Versorgung im Saarland. Damit das so bleibt, muss die Regierungskoalition in Berlin jetzt finanzielle Hilfen beschließen, denn das Gesundheitswesen braucht qualifizierte und motivierte Beschäftigte. Ohne ausreichende Finanzierung laufen die Kliniken in die groteske Situation, einerseits freie Stellen für Ärzte und Pflegekräfte zu haben und gleichzeitig aus Finanzierungsnöten weitere Mitarbeiter freisetzen zu müssen“, erklärt der SKG-Vorsitzende Backes. „Während die Krankenkassen Milliardenüberschüsse horten, kämpfen die Krankenhäuser um ihre Existenz. Kliniken, deren Einnahmen gesetzlich begrenzt werden, und deren Kosten zwangläufig steigen, können langfristig nicht überleben“, so Backes weiter. So bleibt es auch völlig unverständlich, weshalb die in der Finanzkrise den Krankenhäusern auferlegten Sparauflagen zu Gunsten der Krankenkassen auch bei einer zwischenzeitlich extrem guten Finanzlage der Krankenkassen fortbestehen, was allein bei den saarländischen Krankenhäusern zu Sonderopfern von über 7 Mio. Euro führt.

Die saarländischen Krankenhäuser, die unter dem Dach der Saarländischen Krankenhausgesellschaft zusammengeschlossen sind, fordern daher mit Blick auf die politisch Verantwortlichen in Berlin nachdrücklich die Refinanzierung der Personalkostensteigerungen und die Umsetzung des bereits gesetzlich verankerten kostenbasierten Orientierungswertes für die Preissteigerung der Krankenhäuser. Hier richtet sich die Forderung der SKG insbesondere an die saarländischen Bundestagsabgeordneten, sich aus dem Saarland heraus in Berlin für die Belange der Krankenhäuser und ihrer Beschäftigten im Interesse einer qualitativ hochwertigen wohnortnahen Patientenversorgung einzusetzen und die Refinanzierung der massiven Tarifsteigerungen im Krankenhaus über das Mitte Mai 2012 zur Beschlussfassung anstehende Psychiatrie-Entgeltgesetz sicherzustellen.

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