SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/SKG-Nachrichten | Druckdatum: 18.07.2018]

SKG-Nachrichten

24.11.2017

Krankenhausplanungsgutachten bestätigt Position der SKG


Hoher Auslastung der Krankenhäuser wird durch Mehr-Betten Rechnung getragen. Der Mehrbedarf an Pflegekräften muss sich in den Fallpauschalen widerspiegeln.

Die Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), der Zusammenschluss der Träger der 22 saarländischen Krankenhäuser, fühlt sich durch das aktuell vorgelegte Krankenhausplanungsgutachten in ihren jahrelangen Forderungen bestätigt.

Kategorie: SKG-Nachrichten

„Der Bettenabbau der letzten Jahre war falsch. Es ist gut, wenn er nun endlich gestoppt wird“, so der SKG-Vorsitzende, Alfons Vogtel. „Der Gutachter trägt mit dem von ihm prognostizierten Mehrbedarf an 326  Krankenhausbetten grundsätzlich der angespannten Versorgungssituation in den saarländischen Krankenhäusern  Rechnung“, so Vogtel weiter. Unter Zugrundelegung der überdurchschnittlich hohen Auslastung in den  Krankenhäusern, die mit 85,8 % die höchste im Bundesgebiet sei, bräuchten die Krankenhäuser laut Gutachter sogar aktuell schon knapp 300 Betten mehr. Zu dieser hohen Auslastung trägt auch der vom Gutachter festgestellte  positive Wanderungssaldo (Zuwanderung von Patienten aus anderen Bundesländern in saarländische  Krankenhäuser ist höher als die Abwanderung saarländischer Patienten in Krankenhäuser anderer Bundesländer) bei.

Die Prognose eines Fallzahlanstieges ist nach Auffassung der SKG durchaus zutreffend, vor allem vor dem Hintergrund, dass saarländische Bürgerinnen und Bürger kränker sind als der Bundesdurchschnitt. Insbesondere bei Krankheiten des Kreislaufsystems und bei Krankheiten des Verdauungssystems ist die Krankenhaushäufigkeit im Saarland höher als im übrigen Bundesgebiet.

Ob der prognostizierte Fallzahlanstieg in Höhe von lediglich 2,4 % vor dem Hintergrund des zu erwartenden demographischen Wandels sachgerecht ist, wird allerdings von der SKG in Frage gestellt – ebenso, ob die  prognostizierte Bettenzahl ausreichend ist. Insbesondere die vom Gesundheitsministerium vorgegebenen und vom  Gutachter bei seiner Prognose zugrundegelegten Soll-Auslastungsgrade sind nach Auffassung der SKG nicht nachvolliehbar. Während in der Mehrzahl der Fachabteilungen die Abhängigkeit des Nutzungsgrades von der Verweildauer nach den Vorgaben des Ministeriums berücksichtigt werden darf, ist dies für die Abteilungen mit der kürzesten Verweildauer (z. B. Intensivmedizin ) nicht der Fall. Im Gegenteil wird hier ein unrealistisch hoher Soll-Nutzungsgrad  (90 % ) vorgegeben, um z. B. den erforderlichen Zuwachs an Intensivbetten auszubremsen. Im Ergebnis prognostiziert der Gutachter in der Intensivmedizin trotz steigender Fallzahlen einen Abbau von 33 Betten.

Auch in der Geriatrie wird unter Zugrundelegung eines Soll-Nutzungsgrades in Höhe von 90 % der Abbau von 12 Betten ermittelt. Eine weitere Verkürzung der Verweildauer, die bereits von durchschnittlich 7,1 Tagen im Jahr 2011 auf durchschnittlich 6,5 Tage im Jahr 2015 gesunken ist, ist aus Sicht der SKG ebenfalls eine unrealistische Annahme des Gutachters.

"Die vom Gutachter vorgeschlagene Konzentration der saarländischen Krankenhäuser auf nur  noch fünf Standorte ist sicherlich nicht ganz ernst gemeint und lässt an der Kompetenz des Gutachters zweifeln“, stellt Vogtel fest.

Positiv bewertet die SKG die Feststellung des Gutachters, dass Personalmindestbesetzungen auf Basis valider Daten und Methodiken definiert werden müssen. „Diese Feststellung deckt sich zu 100 % mit der Auffassung der SKG, die sie auch im Hinblick auf die geplante Änderung des Saarländischen Krankenhausgesetzes so geäußert hat“, so der SKG-Vorsitzende Vogtel.
Um die angespannte Situation im Pflegebereich zu entschärfen, sind nach Auffassung der SKG gesetzgeberische Maßnahmen des Bundes, die insbesondere eine Finanzierung von mehr Pflegepersonal sicherstellen, unabdingbar. "Die Träger der saarländischen Krankenhäuser stehen an der Seite ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzen sich weiterhin auf allen Ebenen für eine Entlastung der Pflege ein“, so Vogtel.

Ebenfalls bestätigt sieht sich die SKG in dem vom Gutachter ermittelten hohen Investitionsstau an den saarländischen Krankenhäusern. Er beträgt nach Berechnungen des Gutachters aktuell schon 433 Mio. Euro und wird auf mindestens 468 Mio. Euro im Jahr 2025 ansteigen. „Die vom Gesundheitsministerium angekündigte Erhöhung der Investitionsfördermittel um vier Mio. Euro auf insgesamt dann 32,5 Mio. Euro ist angesichts dieser Zahlen nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Alfons Vogtel.

In den jetzt anstehenden Gesprächen der Krankenhausträger mit dem Ministerium und den Krankenkassen wird es um eine vernünftige und am Patientenwohl orientierte Verteilung der Fachabteilungen und der dazugehörenden Betten gehen. Die 22 saarländischen Krankenhäuser werden sich konstruktiv in den Dialog einbringen.

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