SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/SKG-Pressemitteilungen | Druckdatum: 18.11.2017]

SKG-Pressemitteilungen

04.07.2016

Mehr Pflegepersonal muss bezahlt werden


SKG fordert auskömmliche Finanzierung der Behandlungskosten – der Gesetzgeber ist gefragt

Die 21 saarländischen Krankenhäuser, die in der Saarländischen Krankenhausgesellschaft e.V. (SKG) organisiert sind, nehmen die Sorgen und Nöte ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege sehr ernst. „Das haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ausdruck gebracht und uns deshalb mit dringenden Appellen an die Politik gewandt“, sagt Manfred Klein, der SKG-Vorsitzende und geschäftsführende Direktor des St. Nikolaus-Hospitals in Wallerfangen. „Wir haben bei den Beratungen zum Krankenhausstrukturgesetz vehement mehr Geld zur Beschäftigung von Pflegekräften gefordert – aber die Politik hat uns nicht gehört.“

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Die anlässlich der 65-Jahr-Feier der SKG gestartete Kampagne „24+“ stellt gerade die engagierte Arbeit der Pflegenden in den Mittelpunkt. „Wir haben größten Respekt vor der großartigen Leistung, die Schwestern und Pfleger Tag für Tag am Krankenbett und auf den Stationen erbringen. Und wir kritisieren seit Jahren, dass die Krankenhausfinanzierung, wie sie uns politisch verordnet wurde, keine Spielräume für die Einstellung weiterer Pflegekräfte zulässt.“ Allein die Tarifsteigerungen der letzten zehn Jahre hätten die saarländischen Krankenhäuser mit mehr als 50 Mio. Euro belastet, weil die Fallpauschalen nach dem Willen des Gesetzgebers die Tarifsteigerungen nur zu einem Teil berücksichtigten. Auch die jährlichen Steigerungen beim Landesbasisfallwert erlauben es nicht, mehr Pflegepersonal einzustellen.

Die seit Jahren unbefriedigende Situation in der Pflege sei jedoch von den Klinikleitungen nicht aufzulösen. Hier bleibt der Wille und die Gestaltungskraft des Gesetzgebers gefragt, der die Rahmenbedingungen für eine auskömmliche Betriebskostenfinanzierung mehrfach verschlechtert hat – nicht von ungefähr schreiben in Deutschland nur wenige Krankenhäuser erwähnenswerte Gewinne. Die Finanzsituation der saarländischen Krankenhäuser ist kritisch, auch weil die vom Saarland jährlich bereitgestellte Investitionsförderung in Höhe von 28,5 Mio. Euro nicht ausreicht, um die notwendigen Investitionen zu tätigen. Um Schaden von den 275.000 stationären Patienten abzuwenden und ihnen eine bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen, setzen die Krankenhausträger teilweise eigenes Geld ein oder nehmen Kredite auf. „Wer mehr Pflegepersonal am Bett will, der muss auch die Finanzierung sicherstellen.“

Das Problem der schlechten Personalausstattung sei mit einem Tarifvertrag, wie von ver.di gefordert, nicht zu lösen. Erst wenn die Finanzierung der verbesserten Personalausstattung gewährleistet sei, könne zusätzliches Personal eingestellt werden. Die SKG habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass weder sie noch die saarländischen Krankenhäuser tariffähig sind.

Die SKG wird konstruktiv am Pflegepakt mitarbeiten, der von der Präsidentin des Saarländischen Pflegerates, Ursula Hubertus, gemeinsam mit der Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Monika Bachmann, initiiert wurde. Gemeinsam mit allen, denen die Pflege im Krankenhaus am Herzen liegt, wird die SKG alle Maßnahmen unterstützen, die zu einer Verbesserung der Situation für die Patientinnen und Patienten aber auch der in der Pflege Beschäftigten beitragen.

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V. (SKG) ist der Zusammenschluss von 13 Krankenhausträgern mit 21 Krankenhäusern im Saarland. Rund 280.000 Patienten werden jährlich in den saarländischen Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Auch ambulante Behandlungen nehmen einen immer größeren Stellwert ein.  Die saarländischen Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Saarlandes. Knapp 13.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von den in der SKG zusammengeschlossenen Krankenhäusern. Etwa 2.200 Ausbildungsplätze stehen für die Gesundheitsfachberufe zur Verfügung, aber auch in kaufmännischen und technischen Berufen bilden die Krankenhäuser aus.

Die SKG vertritt seit 1950 die Interessen der 21 öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäuser des Saarlandes in der Landes- wie Bundespolitik und nimmt ihr per Gesetz übertragene Aufgaben wahr.

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