SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/SKG-Pressemitteilungen | Druckdatum: 18.11.2017]

SKG-Pressemitteilungen

13.10.2015

65 Jahre Saarländische Krankenhausgesellschaft


Krankenhausstrukturgesetz – SKG begrüßt Rücknahme von Kürzungen

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG), der Dachverband der Krankenhausträger im Saarland, feiert in diesem Jahr ihr 65-jähriges Bestehen. Die SKG vertritt seit 1950 die Interessen der gegenwärtig 21 öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäuser des Saarlandes in der Landes- wie Bundespolitik und nimmt ihr per Gesetz übertragene Aufgaben wahr. Dieses Jubiläum feierte die SKG am 09.10.2015 im Rahmen eines Festaktes im Funkhaus Halberg in Anwesenheit von mehr als 100 Gästen, darunter viele langjährige Weggefährten aus Politik und Gesundheitswirtschaft.

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In seiner Eröffnungsrede beleuchtete der Vorsitzende der SKG, Herr Manfred Klein, die wechselvolle Geschichte der SKG und der saarländischen Krankenhauslandschaft. „Die saarländischen Krankenhäuser versorgen mittlerweile jährlich stationär etwa 280.000 Patienten. Mit zusammengenommen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sie einer der größten Arbeitgeber des Saarlandes“, so Manfred Klein. Obwohl die Krankenhäuser wirklich Herausragendes leisten, werde in den Medien oft schlecht über sie berichtet, Einzelfälle würden aufgebauscht und generalisiert. Diese Darstellung trage nicht nur zu Verunsicherung der Bevölkerung bei, sondern drücke auch die Stimmung bei den Beschäftigten in den 21 saarländischen Krankenhäusern. „Deshalb stehen die rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt der Kampagne ‚24+‘, die heute startet“, so Manfred Klein. Zufriedene Patienten seien den Krankenhäusern wichtig. Besonders dann, wenn sie realisierten, dass in Krankenhäusern Menschen arbeiten, die alles geben, oft auch über das übliche Maß hinaus. „Fast nirgendwo in der Welt findet man so viele ineinander greifende Dienstleistungen bei so hohen Qualitätsstandards für jeden Patienten wie bei uns in Deutschland“, so Klein weiter. Das Krankenhauspersonal kümmere sich, begleite, arbeite ab und tue alles Erdenkliche für die Gesundung seiner Patienten. Deshalb wähle diese „nach innen“ gerichtete Kampagne den Weg über genau die Gruppe, die Mitarbeiter, die jeden Tag in engem Kontakt mit den Patienten der Krankenhäuser stehen.

Als sichtbares Zeichen ihres Engagements werden die Krankenhausmitarbeiter an ihrer Arbeitskleidung den Button „24+“ tragen. Die Kampagne wird zudem mit einer Broschüre für Patienten unterstützt, in der viele Informationen zu der täglichen Arbeit, der Komplexität und Vielfältigkeit des Krankenhausbetriebes sowie zu ganz einfachen Dingen, die beim gemeinsamen Stationsaufenthalt hilfreich sind, enthalten sind. Begleitet wird die Broschüre durch auffällige Plakate, die an gut sichtbaren Positionen auf den Stationen aufgehängt sind und die wichtige Themen noch einmal kurz und verständlich aufgreifen.

Mehr noch als die häufig negative Berichterstattung in den Medien belaste die Krankenhäuser die stark zunehmenden finanziellen Probleme. Die Krankenhäuser stünden heute immer mehr unter dem Druck, nicht nur medizinisch und pflegerisch erfolgreich, sondern auch wirtschaftlich zu arbeiten. „Ärzte und Pflegende stehen unter großem Erfolgs- und Zeitdruck, müssen sich um immer mehr Patienten kümmern“, so Manfred Klein. Ursächlich hierfür seien die von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen, die sich seit vielen Jahren in eine ungünstige Richtung für die Krankenhäuser entwickeln. Zum einen kämpften die Krankenhäuser seit vielen Jahren mit einer wachsenden Finanzierungslücke - die Kosten steigen stärker an als die Einnahmen, die Lücke zwischen den gesetzlich begrenzten Vergütungsanpassungen und den Tariflohnsteigerungen wird immer größer. Die entstandene Finanzierungslücke, die so genannte „Tarifschere“, belaufe sich im Saarland im Jahre 2015 auf über 100 Mio. Euro mit steigender Tendenz und führe dazu, dass die Krankenhäuser rote Zahlen  schreiben und Personal abbauen müssen. Zum anderen kommt das Saarland laut Klein schon seit vielen Jahren seiner gesetzlichen Verpflichtung, die Investitionen in Gebäude, Gerätetechnik und Informationstechnologie zu bezahlen, nicht in vollem Umfang nach. Die Krankenhäuser seien also gezwungen, die für die notwendigen Investitionen erforderlichen finanziellen Mittel aus laufenden Erlösen zu erwirtschaften - Geld, das für die Behandlung der Patienten nicht mehr zur Verfügung stehe

Stephan Kolling, Staatssekretär im saarländischen Gesundheitsministerium, betonte in seinem Grußwort: „Krankenhäuser müssen ‚gut, sicher und gut erreichbar‘ sein. Die demographische Entwicklung, die Veränderung der Morbidität, der medizinisch-technische Fortschritt und die Wanderungsbewegungen der Bevölkerung machen die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen der Krankenhausversorgung und die Neudefinition dessen, was für uns ein bedarfsnotwendiges Versorgungsangebot ist, notwendig.

Die aktuell diskutierte Krankenhausreform stand dann auch im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion, an der namhafte Vertreter aus Politik, Medien und Verbänden teilgenommen haben.

Positiv wird von der Krankenhausseite bewertet, dass die Politik die Proteste der Krankenhäuser wahrgenommen hat und die zunächst im Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) vorgesehenen umfassenden Kürzungen nun teilweise von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe wieder zurückgenommen werden. „Ich bin froh, dass die Probleme der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen werden und jetzt grundlegende, positive Weichenstellungen vorgesehen sind“, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Thomas Reumann.

„Das ist für die Krankenhäuser eine gute Nachricht, denn der bisherige Gesetzentwurf war für die Kliniken fatal“, pflichtet der SKG-Vorsitzende Klein Herrn Reumann bei. Wichtig sei für die Kliniken vor allem, dass die 500 Mio. Euro (Saarland: ca. 8 Mio.), die die Krankenhäuser bislang über einen sogenannten Versorgungszuschlag erhielten, nicht gestrichen, sondern in Form eines Pflegezuschlags erhalten bleiben sollen. Von hoher Bedeutung sei nun aber, dass die Eckpunkte im Gesetzestext klar geregelt werden. Es müsse sichergestellt werden, dass sie in der Praxis ohne Abstriche umgesetzt werden können.

Trotz der nun versprochenen Erleichterungen sieht die SKG in der Reform auch noch ungelöste Probleme. Vor allem die ambulante Notfallversorgung in den Kliniken bleibe ein Brennpunkt. Die Krankenhäuser leisten in diesem Bereich den Hauptanteil der Versorgung, obwohl die niedergelassenen Ärzte dafür zuständig sind. Trotz der punktuellen Verbesserungen sind die Regelungen und die Vergütung laut SKG absolut unzureichend.

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V. (SKG) ist der Zusammenschluss von 13 Krankenhausträgern mit 21 Krankenhäusern im Saarland. Rund 280.000 Patienten werden jährlich in den saarländischen Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Auch ambulante Behandlungen nehmen einen immer größeren Stellwert ein. Die saarländischen Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Saarlandes. Knapp 13.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von den in der SKG zusammengeschlossenen Krankenhäusern. Etwa 2.200 Ausbildungsplätze stehen für die Gesundheitsfachberufe zur Verfügung, aber auch in kaufmännischen und technischen Berufen bilden die Krankenhäuser aus.

Die SKG vertritt seit 1950 die Interessen der 21 öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäuser des Saarlandes in der Landes- wie Bundespolitik und nimmt ihr per Gesetz übertragene Aufgaben wahr.

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