SKG - Saarländische Krankenhausgesellschaft e.V.[http://www.skgev.de/Wörterbuch | Druckdatum: 22.11.2017]

Wörterbuch

A-BeBu-EinEin-GemGes-KamKas-LeiLei-QuaQua-VW-Z

Leitlinien

Leitlinien, häufig auch Guidelines genannt, werden definiert als systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten, die eine individuelle, angemessene gesundheitliche Versorgung ermöglichen sollen.


MDK

Das Aufgabenspektrum des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) umfasst u.a. Begutachtungsaufgaben im Einzelfall und Beratungsaufgaben in Grundsatzfragen.

Im Einzelnen sind die Aufgaben des MDK in § 275 SGB V festgelegt. Die  Krankenkassen  ziehen den MDK zu Rate, wenn es um die Beantwortung schwieriger medizinischer Fragen geht, wie z. B. die Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme oder die Überprüfung der Notwendigkeit des Krankenhausaufenthaltes.


Medizinisch-pflegerische Leistungsangebote

Medizinisch-pflegerische Leistungsangebote sind in der Regel nicht-ärztliche Leistungen wie Pflegeüberleitung, Diät- und Ernährungsberatung, Ergotherapie oder Lymphdrainage, die im gesamten Krankenhaus oder in den einzelnen Fachabteilungen angeboten werden.


Mindestmengenvereinbarung

Die Mindestmengenvereinbarung nach § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 SGB V legt für einige planbare Leistungen Mindestmengen fest. Krankenhäuser, die die festgelegten Mindestmengen pro Krankenhaus nicht erfüllen, dürfen diese Eingriffe nur dann ausführen, wenn andernfalls eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gefährdet wäre und dies von der zuständigen Landesbehörde genehmigt wird.

Für folgende Leistungen sind Mindestmengen festgelegt:


Monistische Krankenhausfinanzierung

Bei der monistischen Krankenhausfinanzierung werden alle Krankenhauskosten einschließlich der Investitionskosten durch die Patienten (bzw. Krankenkassen) getragen. Gegenwärtig gilt in Deutschland jedoch das Prinzip der dualen Krankenhausfinanzierung.


Nachstationäre Behandlung

Nachstationäre Behandlung dient dazu, im Anschluss an eine vollstationäre Krankenhausbehandlung den Behandlungserfolg zu sichern oder zu festigen. Die nachstationäre Behandlung darf sieben Behandlungstage innerhalb von 14 Tagen, bei Organübertragungen drei Monate nach Beendigung der stationären Krankenhausbehandlung nicht überschreiten.


OPS

Der Operationsschlüssel nach § 301 SGB V (OPS) ist eine Klassifikation der Operationen, Eingriffe (z. B. Herzkatheter) und sonstigen (auch diagnostischen) Prozeduren und Untersuchungen. Er dient als Grundlage für Leistungsnachweise und die Abrechnung der Krankenhäuser gegenüber den Kostenträgern. In Deutschland zugelassene Krankenhäuser sind gesetzlich zur Dokumentation ihrer Leistungen nach dem OPS verpflichtet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des DIMDI.


OPS-Schlüssel

Der OPS-Schlüssel wird in der stationären Versorgung eingesetzt zur Verschlüsselung der medizinischen Leistungen. Die Verschlüsselung wird für die Abrechnung von Krankenhausleistungen benötigt.


Personelle Ausstattung

Die Personelle Ausstattung spiegelt die Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiter, untergliedert in Ärzte, Pflegepersonal und spezielles therapeutisches Personal (z. B. Altenpfleger, Hebammen, Physiotherapeuten) einer Fachabteilung wider.


Prävention

Prävention soll das Eintreten von Krankheiten verhindern oder verzögern. Weiterhin wird präventiv gehandelt um Krankheitsfolgen abzumildern. Auch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung zählen zur Präventivversorgung. Präventivmaßnahmen sollen den Patienten zu mehr Eigenverantwortung, größerer Selbstdisziplin und Selbsthilfe führen.


Privatkliniken

Auch Kliniken privater Träger dienen, sofern sie in den Krankenhausplan aufgenommen worden sind oder einen Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen abgeschlossen haben, der allgemeinen Versorgung. Die Kosten werden also von den Krankenkassen genauso wie bei öffentlich-rechtlichen oder freigemeinnützigen Krankenhäusern übernommen.


Prozessindikator

Ein Prozessindikator zeigt für wichtige Schritte bei der Behandlung (Prozesse), ob und wie häufig diese Schritte eingesetzt worden sind. Für einen guten Prozessindikator muss nachgewiesen sein, dass die Durchführung dieses Schrittes zu einem besseren Behandlungsergebnis führt.

Beispiel: Es ist wissenschaftlich belegt, dass bei der Behandlung der Lungenentzündung die Sterblichkeit niedriger ist, wenn frühzeitig ein Antibiotikum gegeben wird. Der Qualitätsindikator misst daher, wie oft bei der Behandlung der Lungenentzündung innerhalb der ersten 8 Stunden Antibiotika verabreicht werden.


Qualitätsbericht

Seit dem Jahr 2005 sind die Krankenhäuser verpflichtet, alle zwei Jahre - und ab 2013 jährlich - einen Strukturierten Qualitätsbericht zu erstellen und den Krankenkassen zur Veröffentlichung im Internet zur Verfügung zu stellen (§ 137 SGB V). Im Jahr 2013 ist der vierte Qualitätsbericht auf der Basis der Daten des Jahres 2012 zu veröffentlichen. Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser dienen der Information der Öffentlichkeit über Leistungsangebot und Engagement der Krankenhäuser im Hinblick auf Qualität und Qualitätssicherung.

Die Qualitätsberichte werden im Internet allen interessierten Personen zur Abfrage detaillierter Informationen in Krankenhaus-Portalen, wie dem Saarländischen Krankenhausverzeichnis, zur Verfügung gestellt.

 


Qualitätsindikator

Qualitätsindikatoren sind Anzeiger für gute Qualität in Medizin und Pflege. Eine andere Bezeichnung für Qualitätsindikator ist klinische Messgröße. Sie zeigen für wichtige Behandlungsschritte, ob und wie häufig diese eingesetzt worden sind (Prozessindikatoren) und für Behandlungsergebnisse, ob und wie häufig erwünschte oder unerwünschte Ergebnisse eingetreten sind (Ergebnisindikatoren).

Qualitätsindikatoren beziehen sich daher nur immer auf bestimmte Schritte oder Teilergebnisse der Behandlung. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass die Qualität einer Behandlung nicht nur mit einem einzigen Qualitätsindikator gemessen werden kann, sondern dass dazu mehrere, aufeinander abgestimmte Qualitätsindikatoren verwendet werden müssen.

Um verwertbare Aussagen zu liefern, muss ein Qualitätsindikator bestimmte methodische Eigenschaften erfüllen: er muss wichtige Aussagen zur Behandlung liefern, er muss genau und zuverlässig messen, und er muss praktisch gut einsetzbar sein.

 

Weitere Informationen zu Qualitätsindikatoren erhalten Sie unter www.sqg.de.


Qualitätskennzahl

Zu einem Qualitätsindikator können eine oder mehrere Qualitätskennzahlen gehören. Dadurch kann der von dem Qualitätsindikator beobachtete Behandlungsschritt oder das beobachtete Ergebnis unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet werden. Beispielsweise stehen für einen Qualitätsindikator, der Wundentzündungen nach einer Operation betrachtet, mehrere Qualitätskennzahlen zur Verfügung. Eine der Kennzahlen zeigt, wie viele Wundinfektionen bei allen behandelten Patienten aufgetreten sind. Eine weitere Kennzahl zeigt, wie viele Wundinfektionen bei Patienten mit besonders hohem Risiko, eine solche Entzündung zu entwickeln, aufgetreten sind.


Qualitätsmanagement

Auch Krankenhäuser sind - ähnlich wie Industriebetriebe - seit einigen Jahren gesetzlich verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen. Professionelles Management, geeignete Strukturen, gut ausgebildete Mitarbeiter und verbesserte Verfahren sollen zu hoher Qualität und zur Zufriedenheit der Patienten beitragen.


Qualitätsmanagement-Projekte

Qualitätsmanagement-Projekte sind systematische und strukturierte Projekte, die ein Krankenhaus durchführt, um seine Qualität nachweislich zu verbessern.